Curriculum erstes bis viertes Jahr

Ausbildungsabschnitt 1 (19 Monate, 1. und 2. Ausbildungsjahr)

 

1. Ausbildungsjahr

Die Kunst des Wahrnehmens                              

Das Curriculum des ersten Ausbildungsjahres hat das Ziel, die Grundlagen der Gestalttherapie erfahrbar zu machen:

  • über die Sinne wahrnehmen
  • Gefühle fühlen
  • Beziehungen gestalten
  • Die Grenze zwischen mir und dem/der Anderen im Kontakt erkennen
  • Dialogfähigkeit fördern
  • Achtsamkeit entwickeln

Folgende Aspekte werden in den fünf selbsterfahrungsorientierten Ausbildungsmodulen des ersten Jahres Platz haben:

  • der Kontaktprozess
  • die Abwehrmechanismen/Widerstand
  • Projektion und Übertragung
  • Introjektion/Glaubenssätze und Normen
  • Schuld und Scham/Umgang mit Intimität und Sexualität
  • Selbstwert/Selbstwertregulation/Selbst- und Fremdbild
  • die männliche, die weibliche Seite in uns
  • Biographiearbeit: Entwicklungsphasen/Lebensübergänge/Lebensentwürfe

 

Intensivseminar (sechs Tage)*:

  1. Körper/Atem/Stimme (drei Tage)
  2. Sexualität in meiner Lebensgeschichte (drei Tage)

 

2.Ausbildungsjahr

Die Kunst der Verbindung von Theorie und Praxis

Im zweiten Ausbildungsjahr wird das selbsterfahrungs-orientierte Lernen in sechs Wochenenden weitergeführt und verbunden mit der Reflexion der angewandten Methoden. Zugleich geht es um das Kennenlernen theoretischer Modelle therapeutischen Arbeitens in Verbindung mit konkretem therapeutischem Handeln.

Theorie:

Kennenlernen theoretischer Modelle und Methoden, vor allem der Gestalttherapie, einschließlich deren historischer, politischer und philosophischer Hintergründe, unter anderem:

  • Kontaktzyklus
  • Hier und Jetzt
  • Ich und Du
  • Vordergrund und Hintergrund (Figur und Feld)
  • Theorie des Selbst

Einführung in die gestalttherapeutische Praxis

  • Basic Skills: Awareness (Bewusstheit), Wahrnehmungsschulung über die fünf Sinne
  • Triadenarbeit

Auch Ansätze anderer humanistischer therapeutischer Schulen können vorgestellt werden.

Die TeilnehmerInnen setzen sich mittels Referaten mit den Methoden und Theorie der Gestalttherapie auseinander.

Fachseminare*:

  1. Bindung und Bindungserfahrungen
  2. Basic Skills
  3. Sinn und Sehnsucht/Spiritualität

Intensivseminar* (sechs Tage)

  1. Kreative Medien (drei Tage)
  2. Tanz/Schauspiel und Bewegung (drei Tage)

 

Ausbildungsabschnitt zwei (12 Monate – 3. Ausbildungsjahr)

 

3Ausbildungsjahr

Die Kunst der beratenden und therapeutischen Praxis unter Einbeziehung der Berufsfelder der TeilnehmerInnen

Fünf Wochenenden mit dem Schwerpunkt Methoden der Beratung/Therapie sowie Supervision eigener Therapie-/Beratungsprozesse aus der Praxis der Teilnehmenden

Fachseminare*:

  1. Psychopathologie und Gestaltdiagnostik (I)
  2. Phasen der Beratung und Therapie vom Erstgespräch bis zum Abschied. Unterschiede zwischen Beratung und Therapie.
  3. Gestaltarbeit in Organisationen
  4. Trauma, Gewalt und sexueller Missbrauch

 Intensivseminar*

  1.  Traumarbeit (drei Tage)
  2. Körperarbeit (drei Tage)

*Die Themen und die Reihenfolge der Fach- und Intensivseminare können sich gegebenenfalls ändern.

 

Ausbildungsabschnitt drei (12 Monate – 4. Ausbildungsjahr)

 

4. Ausbildungsjahr

Die Kunst des therapeutischen Arbeitens unter verstärktem Einbeziehen der klinischen Krankheitsbilder

 Drei Wochenenden mit dem Schwerpunkt Supervision als fortlaufende Reflexion des Verlaufs eigener Therapieprozesse aus der Praxis der Teilnehmenden

Fachseminare:

  1. Psychopathologie und Gestaltdiagnostik (II)
  2. Gestalttherapeutisches Arbeiten mit Sexualität
  3. Abhängigkeit und Sucht
  4. Folgen von Krieg, Flucht, Vertreibung und Migration

In den Fachseminaren Psychopathologie und Gestaltdiagnostik (I und II) werden auch die Themen Krisenintervention und Suizidprävention behandelt.

An den 10 Supervisionswochenenden des 3. und 4. Ausbildungsjahres wird auch das  Gestalttherapeutische Arbeit mit Gruppen behandelt.

Abschlusswochenende